Exkursion in die Milchviehanlage in Klötze-Nord
Kinder erkundeten genau, woher die Milch kommt

Vielen Fragen musste sich gestern Vormittag Raimund Punke stellen. Der Geschäftsführer wusste aber stets eine Antwort. Mit den Jungen und Mädchen von der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) führte er neugierige Besucher durch die Milchviehanlage in Klötze-Nord. Für die Kinder war das ein gelungener Abschluss der Ferien.
Wie man Getreidearten anhand der Ähren unterscheidet, erklärte Raimund Punke (v. l.) Marie-Elisabeth, Annika, Monika Hoyer und Jessica.

Klötze. Als die Jungen und Mädchen gemeinsam mit Betreuerin Monika Hoyer an der Milchviehanlage ankamen, hatten sie eine ordentliche Wanderung hinter sich. Denn den Weg von der Evangelischen Familienbildungsstätte bis nach Klötze-Nord gingen sie zu Fuß. Am Eingang zur Milchviehanlage stießen weitere Teilnehmer für die Betriebsbesichtigung dazu, die mit dem Fahrrad gekommen waren.

Nach diesen Strapazen kam den Kindern und Erwachsenen das erfrischende Angebot von Raimund Punke gerade recht. Der Geschäftsführer der Milcherzeugergenossenschaft gab eine Runde Mineralwasser und Brause aus. Damit stand der knapp einstündigen Besichtigung nichts mehr im Wege. Strom aus Gülle

Zuerst sahen sich die Kinder an, womit die Kühe gefüttert werden. Je nach Alter werde unterschiedliches Grünfutter verwendet, so Punke. Das hänge mit dem Eiweißgehalt zusammen. Der vierte Schnitt des Grünfutters werde aufgrund seines geringen Eiweißgehaltes nicht verfüttert, sondern in der Biogasanlage zu Strom verarbeitet. Punke: „Bei uns wird alles verwertet.“ Auch die Reste, die nach der Verstromung von Silage und Gülle übrig bleiben. Diese Rückstände werden als Dünger auf die Felder gebracht. Da sie aus der Biogasanlage kommen, riechen sie bei weitem nicht so streng wie früher die ursprüngliche Gülle, wenn die ausgefahren wurde, erklärte Punke.

Dass die Kinder verschiedene Getreideähren auf dem Gelände fanden, nutzte Punke sogleich, um ihr Wissen zu testen. Da zeigte sich einiger Nachholebedarf. So ganz sicher waren sich die Kinder nicht, wie sie Roggen, Gerste und Weizen durch ihre Ähren unterscheiden können.

Bevor es in den Stall zu den Kühen ging, betonten alle Kinder, dass sie gerne Milch trinken. „Wer keine Milch trinkt, darf nicht in den Kuhstall“, hatte Punke zuvor scherzhaft gedroht. Nach der Besichtigung des Stalls und des Melkkarussels, waren endlich die Kälbchen an der Reihe. Die ließen sich sogar streicheln. Bis zu dreißig Kilogramm könne ein Kälbchen bei der Geburt wiegen, erklärte Punke. Eine ausgewachsene Kuh dagegen bringt es auf etwa 600 Kilogramm. In der Anlage stehen 1500 Tiere in den Ställen. Davon sind 780 Kühe.

Erstaunt waren die Kinder, wieviel eine Kuh am Tag trinkt und frisst. Etwa 100 Liter Wasser und 60 bis 80 Kilogramm Futter pro Tag seien es schon, so Punke. Denn schließlich gibt eine Kuh etwa 30 Liter Milch am Tag. Schade fanden die Kinder, dass es keine braunen Kühe in der Anlage gibt. Dadurch, so Punke, würde es auch keine Schokomilch geben.

Von Ralf Wege